Auch zum 140. Jubiläum der Schlacht auf den Spicherer Höhen bei Saarbrücken traf sich ein Häuflein aufrechter Patrioten, um den Gefallenen dieses mit hohem Blutzoll erkämpften Sieges würdevoll zu gedenken. Stellvertretend für die deutschen Helden aller Kriege wurde auf dem im Jahr 1940 angelegten Soldatenfriedhof jedes Grab mit einer roten Rose geschmückt.
Ferner wurden im Rahmen einer kleinen Feierstunde die Ereignisse zu Beginn des Deutsch-Französischen-Krieges im Jahr 1870 anhand von zeitgenössischen Aussagen erläutert. So schreibt der aus dem sächsischen Torgau stammende kriegsfreiwillige Arzt Dr. Heinrich Fritsch in seinem Kriegserinnerungen: „Bis oben in den Bäumen sah man Kugelspuren, abgerissene Zweige, zersplitterte Stämme. Die Franzosen mußten eine fabelhafte Menge Kugeln hier verschossen haben. Leider waren aber nicht alle Kugeln zu hoch gegangen. Auch unten sah man traurige Spuren. Eine große Anzahl toter Preußen lag hier, starr und steif in sauberen Uniformen, als wenn sie auch im Tode noch stramm und sauber aussehen müßten. Alle mit ganz neuen Uniformen. Ein Feldwebel trug sogar noch tadellos reine weiße Handschuhe.“. Auch auf dem Schlachtfeld setzte sich das grausame Bild fort: „Welche Position war das! Ein steiler Berg, bastionartig vorgeschoben. Voll Geröll und hervorstehender Sandsteinabsätze von fünf bis zehn Fuß Höhe. Hier lagen wirkliche Haufen von Toten. Manche waren mit dem Kopf voran herabgestürzt. Noch zeigten die ausgestreckten Arme die Bestrebungen des Sterbenden, einen Baum zu fassen, sich festzuhalten. Am Rande des Weges hatte man die Toten übereinander geworfen, um für die Kanonen und Munitionskolonnen Platz zu schaffen. Und das alles waren Preußen, die da massenhaft lagen.“. Tief bewegt schildert er auch die Seite der Franzosen: „Bald kamen wir mühsam hinauf und blickten über die sanft ansteigende Hochebene. An den Rändern befanden sich überall Brustwehren aus Erde und Steinen. In der Mitte lag eine französische Protze, davor vier tote Pferde noch an den Strängen. Nun aber sah man die toten Franzosen reihenweise. Wie wenn sie, eben aufmarschiert, auf einmal alle gleichzeitig getroffen wären, lagen die Franzosen über- und nebeneinander. Jeder stürmende Preuße hatte die Kugel im Lauf, und sobald er mit dem Kopf über den Bergesrand sah, hatte er in den dicken Haufen geschossen, ohne fehlen zu können.“
Tief beeindruckt von diesen unter die Haut gehenden Schilderungen gedachten wir aller Kriegstoten und beschlossen die Feierstunde mit dem Absingen des Treueliedes und der Nationalhymne. Danach entwickelt sich wie jedes Jahr ein angeregter Dialog der Generationen, da erfreulicherweise auch wieder ein Kriegsveteran dabei, der trotz seiner mittlerweile 90 Jahre immer noch seinen Mann für die deutsche Sache steht. Bei einem kühlen Getränk klang das gemütliche Beisammensein aus.
Otto Schmelzer






